Vincent Sauer bespricht Ulf Stolterfohts "die mappe hochwechsler"
- ursengeler
- vor 7 Stunden
- 1 Min. Lesezeit
Vincent Sauer bespricht in der nd sechs neue Gedichtbände: Schöne, schwierige Texte > https://www.nd-aktuell.de/artikel/1200117.schoene-schwierige-texte-avantgarde-worte-bleiben-mehr-als-worte.html
Zu Ulf Stoterfohts "die mappe hochwechsler" schreibt Vincent Sauer:
Wir steigen nun nicht allzu fern der »Müh« hoch in die Berge, um den »hochwechsler« zu treffen. Der Lyriker Ulf Stolterfoht, einst Verfasser strenger linguistischer »Fachsprachen«-Gedichte, erfindet mittlerweile gerne obskure Figuren für seine Bände, deren abenteuerliche Lebenswege er wie ein humorbegabter Ethnologe zu schildern weiß. In romantischer Manier stellt er den 150 Gedichten in »hochwechslers mappe« eine Herausgeber-Fiktion voran, um uns die sonderbaren Herren »hochwechsler«, »verweyser« und »kunstwadl« vorzustellen. Mönchische Gestalten, die in Dörfern, Klöstern, in unwegsamem Gelände unkeusch, fleißig, tollpatschig, dichterisch lebten. »wer zahlt an tote mönche tantiemen?« Niemand! Deshalb sind alle Gedichte als von allen drei Herren verfasste zu lesen, und die Szenen, die sie uns vorsetzen, universellere Gemütskunde als gedacht: »im wirtshaus haben mich alle gern und loben meinen pulli. doch steige ich aufs moped und brumme richtung weiz, lachen sich die leute tot. das karohemd zu weit, die nietenhose zu kurz, sogar die hunde müssen schmunzeln. okay, ich sags mal so: wenn ihr dem zaunkönig die flügel stutzt und ihr den gimpel blendet, dann flattern doch wir spatzen wie wahre fürsten übers feld.«
Ulf Stoterfohts Buch gibt es hier:




Kommentare